Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren Artikel im Laufe der Nischenseiten Challenge 2017.

Diese Woche gibt es mal wieder einen Einblick in meine Strategie. Um genau zu sein geht es um meine Video-Produktion. Ich zeige Dir diese Woche meinen Prozess von A bis Z. Nächsten Monat gibt es dann wieder ein normales Update-Video zur aktuellen Entwicklung der Nischenseite.

Kennst Du schon das Video zu diesem Artikel?

Meine Videoproduktion – Schritt für Schritt

Die Qualität meiner Videos hat sich sichtbar in den letzten 9 Wochen verändert. Am Anfang hatte ich noch gar keine Ahnung davon und hab einfach mal drauflos gefilmt. Deswegen musste ich auch viele Sachen in den letzten Wochen anpassen und verbessern. Aktuell bin ich ganz zufrieden mit den Ergebnissen und zeige Dir jetzt, wie mein aktueller Ablauf aussieht, wenn ich ein neues Kaffeevollautomat Testvideo drehe:

Der Testbericht

TestberichtDas Fundament von jedem Testvideo ist der dazugehörige Testbericht. Auf dem stehen alle Kategorien drauf, die beim Test bewertet werden. Bei meinen Kaffeevollautomaten Tests sind das die Kategorien „Espresso“, „Cafe Crema“, „Latte Macchiato“, „Cappuccino“, „Benutzerfreundlichkeit“, „Reinigung & Sauberkeit“, „Lautstärke“, „Optik & Verarbeitung“ und „Preis-Leistung“.

Wichtig ist, dass der Testbericht die Interessen Deiner Zielgruppe widerspiegelt. Am Anfang habe ich mit einem anderen Testbericht losgelegt und eher das getestet, was mich interessiert hat. So habe ich zum Beispiel bei den ersten Videos eine der wichtigsten Kategorien ausgelassen: Der Cafe Crema (Meistgetrunkene Getränke aus dem Vollautomaten). Deshalb sollte man gut recherchieren und die Zielgruppe befragen um einen perfekten Testbericht zu erstellen.

Ich drucke mir einen leeren Testbericht aus, wo alle Kategorien drauf stehen und lege ihn neben den Kaffeevollautomat. Wenn ich die Maschine teste, schreibe ich gleichzeitig alle Ergebnisse auf das Blatt.

Der Test

Der TestMit der Hilfe von ein paar Instrumenten (Waage, Timer, Thermometer, Shotgläser) und meinem eigenen Wissen teste ich den Vollautomaten.

Das dauert in der Regel 3 bis 4 Stunden. Ich notiere alles was ich gemessen und getestet habe auf meinem Testbericht, der die Basis für meinen ausführlichen-, ausformulierten Testbericht wird.

Das Video-Script

Mit den Testdaten gehe ich jetzt an den Laptop und schreibe einen detaillierten Testbericht. Hier versuche ich so einfach wie möglich zu schreiben, da nicht jeder sich über die Parameter von einem guten Espresso auskennt oder mich versteht, wenn ich von Überextraktion spreche. Aus ein paar Notizen werden dann schnell ca. 1000 Wörter, die auch gleichzeitig das Script für das Testvideo sind (Das was ich im Testvideo sage).

Erste Videoaufnahme

Der Kaffeemaschinen-Tester
Für die erste Videoaufnahme werfe ich mich in mein typisches Kaffeemaschinen-Tester Outfit und dekoriere den Tisch so, dass man von Anfang an sieht, dass es hier um das Thema „Kaffee“ und „Kaffeemaschinen“ geht. Den Testbericht drucke ich mir aus und lege ihn so hinter die Maschine, dass man ihn im Video nicht sehen kann. Der ist mein Spiker während der Videoaufnahmen, auf den ich immer wieder darauf schaue. Dann fang ich auch schon an zu drehen. Ich spreche ein paar Sätze, schaue dann wieder auf meinen Zettel und spreche dann wieder ein paar Sätze. So lange bis eine Testkategorie durch ist. Dann hole ich die SD Karte aus der Kamera und stecke sie in den Laptop. Dort schaue ich mir an, ob alle gut aufgenommen wurde und ob eventuell ein paar Versprecher dabei sind. Außerdem schneide ich die Pausen zwischen dem Gesprochenen raus.

Video schneiden

Ich verwende für meine Videos Adobe Premiere Pro. Nachdem ich die Pausen zwischen dem Gesprochenen rausgeschnitten habe, geht es an die Feinarbeit. Ich schneide die Übergänge so, dass sie auf die Sekunde genau passen. Dann ist die erste Version des Testvideos fertig. In der Regel beende ich mit dieser Arbeit meinen ersten Video-Produktions-Tag. Am nächsten Tag wird das Video dann fertiggestellt.

Extra Szenen drehen

Jetzt geht es darum, das Video etwas schöner aussehen zu lassen. Dafür drehe ich extra Szenen, die ich dann über das aktuelle Video darüber lege. Hier bin ich kreativ und versuche immer wieder neue Dinge. Ich spiele die erste Version des Testvideos ab und überlege mir, welche Aufnahmen das gesprochene gut darstellen könnten. Wenn ich im Testvideo zum Beispiel sage „Ich habe die Lautstärke mit einem Dezibel Messgerät getestet“ macht es sinn, eine kurze Szene zu drehen, in der ich das Dezibel-Messgerät bei der Messung zeige. Insgesamt sind es ca. 20 bis 30 extra Aufnahmen, die ich über das Rohvideo lege.

Schilder, Schriften, Bilder, Audio

Um das ganze noch ein wenig besser aussehen zu lassen, blende ich im Video Kategorie-Schilder, Schriften und Bohnen (Bewertung) ein. Die Animation der Bilder kann man ganz einfach in Adobe Premiere Pro erstellen. Auch dazu gibt es unzählige Tutorials auf YouTube. Um Hintergrundgeräusche zu übertönen lege ich noch eine angenehme Hintergrundmusik unter das Video. Hierfür nutze ich den Dienstleister Audioblocks.

Dann ist das Video im Prinzip fertig. In der Regel brauche ich aktuell für ein Testvideo 12 bis 16 Stunden reine Arbeitszeit.

Studio und Equipment

Jetzt zeige ich Dir noch wo und womit ich die Videos drehe.

Hohlkehle

Eine Hohlkehle sieht in etwa so aus wie eine halbe Halfpipe. Sie ist unten abgerundet und perfekt für unendliche Hintergründe auf Fotos und Videos geeignet. Wir haben uns außerdem eine von unserem Schreiner bauen lassen, weil die Deke im Keller nur 2,20 cm hoch ist. Um die Decke höher wirken zu lassen müssen wir die Kante zwischen Decke und Hintergrund optimal beleuchten. Eine Aufhängung mit einem Stoff-Hintergrund hätte man dann sofort gesehen. Hier ist die Bauanleitung, die wir an unseren Schreiner geschickt haben:

Studioleuchten

Wir verwenden 4 klassische Studioleuchten. Zwei strahlen den Hintergrund an und 2 strahlen mich in einem Winkel von ca. 45 Grad an. Beim Licht muss man viel probieren und sich das Ergebnis immer wieder am Computer anschauen. Ein halben Meter Abstand mehr mit der Studioleuchte kann schon eine große Veränderung bedeuten. Auch hier habe ich mir ein paar Tutorials auf YouTube angesehen. Richtig gut geworden ist es aber erst, nachdem ich ganz viel ausprobiert und getestet habe.

Kamera-Equipment

Zum drehen der Videos braucht man natürlich auch das entsprechende Equipment. Ich verwende bei meinen Videos:

  • Canon EOS 750D
  • Manfrotto MT190XPRO4 Stativ
  • Manfrotto MVH502AH Pro Fluid Video Neiger
  • Tamron SP 90mm F/2.8 Objektiv (Nahaufnahme)
  • Canon EF-S 17-55mm 1:2,8 Objektiv (Breitwinkel)
  • Canon EF-S 17-55mm 1:2,8 Objektiv (Aufnahme wo ich spreche)
  • Canon EF 50mm 1:1.4 Objektiv (Oft draußen)
  • Joby Gorillapod Focus (inkl. Kugelkopf)
  • Edelkrone Slider
  • Edelkone Action-Modul
  • Edelkrone Target-Modul

Außerdem verwende ich noch Drehscheiben, mit denen man sehr gut eine 360 Grad Ansicht der Produkte drehen kann. Die gibt es in groß und in klein.

Das Schneideprogramm

Ich kann Adobe Premiere Pro absolut empfehlen, weil es bei YouTube viele kostenlose Tutorials gibt, mit denen man das Schneiden ganz einfach lernen kann. Ich habe auch nichts anderes gemacht, als mir 5 bis 10 Tutorials anzuschauen, bevor ich mit dem Schneiden angefangen habe. Man braucht das wirklich keine Ausbildung, Studium oder einen teuren Kurs, um die Basics zu beherrschen. Und mehr als die Basics habe ich auch nicht drauf. Es gibt da noch tausende Möglichkeiten das Video zu optimieren. Aktuell bin ich aber ganz zufrieden mit dem Ergebnis.

Muss ich so einen Aufwand betreiben?

Wenn Du für Deine Nischenseite Videos drehen willst, muss Du natürlich nicht zwangsläufig so einen großen Aufwand betreiben. Es gibt einfachere Methoden Testvideos zu drehen, die ich Dir gleich zeige. Ich betreibe nur so einen hohen Aufwand, weil ich testen möchte, ob sich das lohnt. Ich weiß aktuell noch nicht, ob ich die vielen Stunden vor der Kamera auch entsprechend vergütet (durch Provisionen) bekomme. Es wird noch viele Monate dauern, bis ich das klar erkennen kann. Ich habe schon für andere Nischenseiten ein paar einfache Videos gedreht, die auch gut ankommen. Ich stelle mit mit meiner aktuellen Nischenseite die Frage: „Ist man mit einer Nischenseite erfolgreicher, wenn man 100% gibt?“.

Einfache Testvideos

Wichtig ist immer der Testbericht. Du solltest das Produkt wirklich getestet haben. Die Zuschauer sollten auch das Gefühl haben, dass Du Dich mit der Produkt-Art auskennst, die Du testest. Wenn Du ein einfaches Testvideo drehen willst hast Du natürlich mehrere Optionen.

  1. Du kannst dich selber vor die Kamera stellen. Dafür brauchst Du kein Studio. Du kannst Dich an Deinem Schreibtisch filmen, draußen an der frischen Luft oder vor einer weißen Wand. Mit dem Produkt in der Hand erzählst Du kurz und knapp, was Du herausgefunden hast.
  2. Du zeigst dich nicht selber vor der Kamera. Bei dieser Option kannst Du zum Beispiel nur Deine Hände zeigen, wie Du das Produkt bedienst/benutzt. Oder Du filmst nur das Produkt, zum Beispiel mit einer Drehscheibe. Dann kannst Du Dir aussuchen, ob Du dem Video Deine Stimme gibst, oder ob Du diese Aufgabe von einem Profi erledigen lässt. Bei Fiverr.com findest du viele professionelle Synchronsprecher, die für 30 bis 100 Euro einen 1000 Wörter Testbericht mit einer super Stimme aufnehmen.
  3. Der nächste Schritt wären einfache Detailaufnahmen, die Du dann über den Ton legst. Mit deinem Smartphone und einem kleinen Stativ kannst Du in wenigen Minuten ein paar Detailaufnahmen von dem Produkt machen. Wer nicht selber schneiden will, findet auch auf Fiverr.com oder Freelancer.com viele Freelancer, die diese Dienstleistung anbieten

fiverr premiere pro

Wenn Du noch Fragen zu meiner Strategie hast oder zu einem anderen Thema, dann schreibe mir doch einen Kommentar oder eine Nachricht.

Ich würde mich freuen, wenn Du nächste Woche wieder vorbeischaust. Dann gibt es auch wieder ein reines Update-Video, in dem ich zeige, wie sich die Nischenseite entwickelt hat.

Moritz Merle

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3 comments

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  • Sehr sehr cooles Video – vielen Dank für die vielen Informationen.

    Ich weiß keiner mag Klugscheißer aber es heißt Weitwinkel und nicht Breitwinkel.

    Immer schön zu sehen was du machst 🙂

  • Hallo Moritz,

    deine Tipps habe ich gerne angenommen, auch wenn ich kein Mikro für 500 „Ocken“ verwende. Aber die Kategorie Einblendungen und die Bewertung habe ich jetzt mal im letzten Video versucht so ähnlich wie du umzusetzen,
    Danke!
    Hoffe das es weiter so läuft… Beitrag von mir zu den Einnahmen: die letzten beiden Tage ca 12€
    „Ersetzt aber noch nicht die monatlichen Kosten für Premiere Pro“ 🙂

    VG Daniel